Wir brauchen einfache und länderübergreifende Regeln für den Zugang zum grundständigen Studium ohne Abitur.” Dies erklärte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Margret Wintermantel, heute vor der Presse in Berlin. Dafür habe sich die HRK­-Mitgliederversammlung am Vortag in Dortmund einstimmig ausgesprochen.

“Absolventen einer beruflichen Erstausbildung sollten sich einem Zugangsverfahren für ihren Wunschstudiengang stellen”, erläuterte Wintermantel. “Wer hingegen eine berufliche Aufstiegsfortbildung oder eine vergleichbare Weiterbildung abgeschlossen hat, wird in seinem oder einem ähnlichen Fach ohne besondere Prüfung studieren können. Ein fachfremdes Studium muss auch möglich sein, dann ebenfalls nach einem Zugangsverfahren.”

Die HRK plädiert damit für eine Regelung, die den Hochschulzugang ohne Abitur insgesamt liberalisiert. “Jeder und jede mit Eignung und Neigung für einen Studiengang sollte die Chance zum Studium haben. Die Hochschule entwickelt Verfahren, um die Eignung für das jeweilige Studienfach festzustellen. Nur so können Studierende ohne Abitur ihr Studium erfolgreich absolvieren.”

Auch für die Behandlung von Bewerberinnen und Bewerbern ohne Abitur in zulassungsbeschränkten Studiengängen macht die HRK konkrete Vorschläge. Bei der Zulassung sollen Abschlussnoten von Aus- und Weiterbildungen analog zu Abiturnoten verwendet werden. Zusätzlich kann die Hochschule berufliche Qualifikationen positiv berücksichtigen oder Quoten für diese spezielle Bewerbergruppe einrichten.

“Diese Initiative kann nur dann ein Erfolg werden, wenn die Länder gleichzeitig in erfolgreiche Übergänge von der beruflichen in die akademische Bildung investieren. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit der BDA Vorschläge.”

(Quelle: Hochschulrektorenkonferenz)

In Köln ist der berufsbegleitende Studiengang “Bachelor of Arts Financial Services Management” gestartet. Das Angebot hat die Zurich Gruppe Deutschland zusammen mit dem Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln konzipiert.

19 Personen haben sich insgesamt eingeschrieben – darunter sieben Frauen. Das Projekt befindet sich noch in einer dreijährigen Pilotphase. Die Studierenden hat die Zurich Gruppe selbst benannt. Der Versicherer übernimmt auch die Kosten für die Ausbildung an der Hochschule. Im Anschluss an die Pilotphase wird der Studiengang auch für andere Interessenten geöffnet.

“Der Bachelor-Studiengang ist eine unserer Antworten auf die stetig wachsenden Anforderungen des Finanzdienstleistungsmarktes”, begründet Eduard Thometzek, Vorstandsvorsitzender der Zurich Gruppe Deutschland, die Konzeption des Angebots. Das Unternehmen wolle den Nachwuchs mit Potenzial besonders fördern und zu einer Qualifizierung im Markt beitragen.

Die Zurich Gruppe betont, Freiheit und Unabhängigkeit der Lehre bewahren zu wollen, auch wenn insbesondere in der Pilotphase einige Lehrinhalte einen Zurich-spezifischen Zuschnitt erhalten und Schwerpunkte insbesondere im Vertriebsmanagement gesetzt werden. Ziel sei es, Leistungsträger zu binden und insbesondere in der Agenturnachfolge reizvolle Perspektiven aufzuzeigen.

Etwa 20 Prozent des Lernaufwandes nimmt der Präsenzunterricht in Anspruch, 57 Prozent sind für Selbstlernphasen vorgesehen. Die übrige Zeit wird für Mentoring und Tele-Tutoring sowie studienbegleitende Projektarbeiten investiert.

(Quelle: www.cash-online.de)