“Von der neuen Bundesregierung erwarten wir eine Fortsetzung des bisherigen Engagements zugunsten der Hochschulen in den Ländern sowie eine zügige Umsetzung der hochschulpolitischen Ankündigungen. Auch nach der Föderalismusrefom hat der Bund eine aktive und hilfreiche hochschulpolitische Rolle gespielt. Diese Politik muss fortgesetzt werden. Insbesondere erwarten die Hochschulen, dass die beschlossenen Programme mit Bundesbeteiligung umgesetzt werden.” Dies erklärte HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Bonn.

Ein attraktives Studienangebot auch bei wachsenden Studierendenzahlen und die Förderung einer Forschung an den Hochschulen müssten auf der Agenda ganz oben stehen. “Ich erwarte, dass die Bundesregierung in neuer Konstellation ihre Haushaltspolitik konsequent daran ausrichtet. Der Bund hat mit den beiden genannten Programmen sehr wichtige Pflöcke eingeschlagen. Zu deren Fortsetzung gibt es keine Alternative.”

“Wir brauchen auch neue Initiativen”, so Wintermantel. “Die soziale Situation der Studierenden ist nach wie vor nicht ausreichend gesichert. Das wirkt sich negativ auf Studienzeiten, Abbruchquoten und die grundsätzliche Neigung zu studieren aus. Das ist – ganz abgesehen von dem individuellen Recht auf Bildung – volkswirtschaftlich falsch. Das BAföG sollte daher endlich so erhöht werden, dass der Lebensunterhalt gesichert ist und alle Studierenden, die diese Unterstützung benötigen, sie auch bekommen.”

Besonders die FDP habe im Wahlkampf die Bedeutung von Bildung und Forschung betont. Als Regierungspartei sei sie nun gefordert, die geweckten Erwartungen zu erfüllen.

“Die Hochschulrektorenkonferenz wird nach einer hoffentlich zügigen Regierungsbildung sehr schnell das Gespräch mit den Parlamentariern und der neuen Bundesregierung suchen und die Interessen von Studierenden und Wissenschaftlern vehement vertreten. Die Hochschulen sind die Zentren des deutschen Wissenschaftssystems. Wir brauchen einen Bundestag und eine Bundesregierung, die sie bei dieser Aufgabe nach Kräften unterstützen.”

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg im Prüfungsjahr 2007 die Zahl der Erstabsolventinnen und -absolventen an deutschen Hochschulen auf 239.900. Damit erreichte die Absolventenquote, das ist der Anteil der Absolventinnen und Absolventen eines Erststudiums an der altersspezifischen Bevölkerung, mit 24 Prozent einen neuen Höchststand. Der kontinuierliche Anstieg in den vergangenen Jahren ist vor allem auf die wachsende Zahl der Erstabsolventinnen zurückzuführen. 2007 betrug die Absolventenquote bei den Frauen 25 Prozent und bei den Männern 23 Prozent. Der Anteil der Frauen mit Studienabschluss ist zwischen 1997 und 2007 um knapp elf Prozentpunkte gestiegen, bei den Männern um fünf Prozentpunkte. Gegenüber dem Vorjahr hat die Absolventenquote 2007 sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern um jeweils zwei Prozentpunkte zugenommen.

Um den steigenden Bedarf an hoch qualifizierten Arbeitskräften in den kommenden Jahrzehnten abdecken zu können, soll die Absolventenquote aus Sicht des Wissenschaftsrates mittelfristig auf 35 Prozent gesteigert werden. Auch im internationalen Vergleich liegt die Absolventenquote in Deutschland weiterhin unter dem Durchschnitt der OECD-Länder, der 37 Prozent im Prüfungsjahr 2006 betrug. Berechnet man für Deutschland die Absolventenquote ohne die Verwaltungsfachhochschulen, die in der internationalen Abgrenzung nicht zum Hochschulbereich gezählt werden, so betrug sie im Jahr 2006 21 Prozent und 2007 23 Prozent.

Diese und andere statistische Kennzahlen zu den Themen Studienanfänger, Absolventen, Personalstruktur und überregionale Attraktivität der Hochschulen werden in der Fachserie “Nichtmonetäre hochschulstatistische Kennzahlen” für das Berichtsjahr 2007 veröffentlicht.

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Nordrhein-Westfalen investiert bis zum Jahr 2020 acht Milliarden Euro in die Modernisierung und Sanierung seiner 33 Hochschulen. Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart und Finanzminister Helmut Linssen stellten heute in Düsseldorf das Hochschulmodernisierungsprogramm der Landesregierung vor. “Damit lösen wir den Modernisierungs- und Sanierungsstau an den nordrhein-westfälischen Hochschulen und den Universitätsklinika vollständig auf. Wir gehen an die Grenze dessen, was an Baumaßnahmen während des laufenden Hochschulbetriebs überhaupt möglich ist”, sagte Pinkwart.

Finanzminister Linssen betonte: “Das Programm ist auch ein richtiges Signal angesichts der schwachen Konjunktur. Das beste Konjunkturpaket sind Investitionen in Bildung und Innovationen.”

Das Hochschulmodernisierungsprogramm sieht für die erste Modernisierungsstufe in den Jahren 2009 bis 2015 Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro vor. “Damit investieren wir jedes Jahr durchschnittlich 75 Prozent oder – in absoluten Zahlen – 300 Millionen Euro mehr als das Land in den Jahren bis 2005″, so Pinkwart. Mit dem Programm bringt das Land die Hochschulgebäude und Universitätsklinika bautechnisch auf den neuesten Stand, um beste Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung zu schaffen. Außerdem soll bis 2013 sicher gestellt werden, dass die Hochschulen ausreichende Räume für den doppelten Abiturjahrgang anbieten können.

(Quelle: Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW)

Gute Nachrichten für alle Studierenden an Bayerns Hochschulen: Bereits mit dem nächsten Semester werden keine Verwaltungskostenbeiträge mehr erhoben. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betont: “Das ist eine große Entlastung für die Studierenden und wir freuen uns, dass wir dies so schnell umsetzen konnten.”

Wissenschafts- und Finanzministerium hatten sich zuvor gemeinsam auf die schnelle Umsetzung verständigt. Die entsprechende Gesetzesänderung wird im Entwurf des Haushaltsgesetzes zum Doppelhaushalt 2009/10 enthalten sein. Um eine große Zahl von späteren Rücküberweisungen des Beitrags zu vermeiden, hat Staatsminister Heubisch die Hochschulen gebeten, im Vorgriff auf die geplante Regelung schon jetzt von der Erhebung zum Sommersemester 2009 abzusehen. Die Studierenden brauchen ab sofort den Verwaltungskostenbeitrag in Höhe von 50 Euro nicht mehr zu entrichten. Wer ihn schon gezahlt hat, kann die Rücküberweisung beantragen oder den Beitrag mit künftigen Abgaben an die Hochschule verrechnen lassen.

Heubisch hob hervor: “Wir wollen, dass jeder begabte junge Mensch in Bayern studieren kann und hervorragende Studienbedingungen vorfindet. Die Abschaffung der Verwaltungskostenbeiträge, die bisher in den Staatshaushalt flossen und nicht der Verbesserung der Studienbedingungen dienten, ist daher ein wichtiger Schritt, weitere werden folgen. So werden wir unter anderem die Studienbeiträge noch stärker als bisher sozialverträglich ausgestalten.”

(Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst)

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