NRW-Wissenschaftsminister Pinkwart will zum Wintersemester 2009/2010 ein neues Stipendiensystem für Studierende einführen. Das Stipendium soll 300 Euro pro Monat betragen und einkommensunabhängig sein. Ein Eignungstest, für den eine “normale Begabung” reiche, soll über die Bewilligung der Stipendien entscheiden. In einem ersten Schritt sollten mindestens 1.300 Studenten davon profitieren, sagte der Minister.

Innerhalb von fünf Jahren sollten dann zehn Prozent der Studenten an den Universitäten und Fachhochschulen ein Stipendium bekommen. Staat und Wirtschaft sollten sich die Kosten teilen, schlug Pinkwart vor. Ziel sei es, die Quote der Stipendiaten an den Hochschulen in den nächsten fünf Jahren von derzeit knapp zwei auf zehn Prozent zu steigern.

(Quelle: wdr.de)

Das Bundesbildungsministerium hat die Fördermittel für beruflich Begabte um 50 Prozent auf sechs Millionen Euro aufgestockt. So stehen bis Ende 2009 Stipendien für bis zu 1.500 Studierende zur Verfügung. Im Sommer 2008 startete Bundesbildungsministerin Annette Schavan das Programm Aufstiegsstipendien. Damit erhalten beruflich besonders begabte Menschen einen Anreiz, ein Studium aufzunehmen und sich so zusätzlich weiter zu bilden. “Wir wollen die Aufstiegschancen für alle verbessern und unterstützen deshalb beruflich Qualifizierte bei ihrem Weg in die Hochschulen”, sagte Schavan.

Das Programm wird von der Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung gGmbH (SBB) durchgeführt. Jetzt beginnt die Förderung der ersten 500 Stipendiatinnen und Stipendiaten. Ab sofort ist die zweite Bewerbungsrunde eröffnet. Die Nachfrage ist sehr hoch. So zählte das Ministerium sieben Wochen nach Beginn des Programms bereits über 2.000 Bewerbungen. Deshalb hat es sich entschlossen, die noch zu vergebende Zahl von 500 Stipendien auf 1.000 zu erhöhen.

Die Bundesregierung fördert vor allem Berufserfahrene, die die Möglichkeit des Hochschulzugangs durch Ausbildung, Fortbildung oder Berufspraxis erworben haben. Drei Viertel der bisher ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten sind älter als 25 Jahre. Ein Drittel von ihnen verfügt über die allgemeine Hochschulreife, die wiederum in vielen Fällen über den zweiten Bildungsweg erlangt wurde. Knapp 40 Prozent der Stipendiatinnen und Stipendiaten planen ein Studium im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik).

Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Aufstiegsstipendium 650 Euro sowie 80 Euro Büchergeld im Monat. Zusätzlich gibt es eine Kinderbetreuungspauschale von 113 Euro für das erste Kind und jeweils 85 Euro für jedes weitere. Stipendiatinnen und Stipendiaten, die in einem berufsbegleitenden Studiengang studieren, erhalten jährlich 1.700 Euro für Maßnahmekosten.

Bund und Länder haben sich auch darüber verständigt, dass bis 2010 der Hochschulzugang ohne Abitur erleichtert werden soll. Dafür wird es vor allem flexiblere Regelungen für die Anerkennung beruflichen Qualifikationen geben.

(Quelle: Bundesbildungsministerium)

Der nordrhein-westfälische Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart wirbst bei Bundesministerin Annette Schavan und seinen Ministerkollegen in den Ländern für den Aufbau eines nationalen Stipendiensystems. Auf Initiative Nordrhein-Westfalens hat die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) heute in Bonn den Ausschuss für Forschungsförderung gebeten, sich des Themas anzunehmen und den Vorschlag aus Nordrhein-Westfalen zu prüfen. Am 18. Februar soll sich dann die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) als BLK-Nachfolgerin erneut mit dem Thema beschäftigen.

“Ich freue mich, dass die nordrhein-westfälische Initiative auf Sympathie gestoßen ist”, sagte Pinkwart. Der Innovationsminister hatte vorgeschlagen, stufenweise den Anteil der Studierenden, die ein Stipendium erhalten, von derzeit zwei auf zehn Prozent in 2012 zu erhöhen. In Ergänzung zum Bafög-System, das auf sozialen Kriterien basiert, sollten die Stipendien unabhängig vom Einkommen der Eltern ausschließlich nach Begabung vergeben werden.

Pinkwart tritt für eine 1:1-Finanzierung zwischen Wirtschaft und Staat ein und sieht auch bei den Unternehmen “grundsätzliche Bereitschaft”, sich an einem solchen Modell zu beteiligen. Die Kosten für den staatlichen Anteil könnten ebenso wie das Bafög zwischen Bund und jeweiligen Ländern aufgeteilt werden. “Damit könnten wir das Studium noch attraktiver machen und den Studierenden mehr finanzielle Unabhängigkeit gewähren, was nicht zuletzt durch die Umstellung auf Bachelor-Master angezeigt wäre, weil für Jobs neben dem Studium weniger Zeit bleibt”, sagte Pinkwart.