Inhaber einer ausländischen Hochschulqualifikation können sich seit dem 4. Januar an die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) im Sekretariat der Kultusministerkonferenz wenden und eine Bewertung ihres ausländischen Abschlusses beantragen. Sie erhalten dann ein Dokument, das ihnen die Bewerbung auf dem deutschen Arbeitsmarkt erleichtern kann. Die Zeugnisbewertung beschreibt eine ausländische Hochschulqualifikation und bescheinigt die beruflichen und akademischen Verwendungsmöglichkeiten. Sie nennt den deutschen Bildungsabschluss, dem der ausländische Abschluss vergleichbar ist, und informiert zusätzlich über Möglichkeiten der Fortsetzung des Studiums, über die Rechtsgrundlagen der Gradführung und über die Verfahren zur beruflichen Anerkennung.
Die Gebühr für diese Serviceleistung beträgt 100 Euro, die Bearbeitung nimmt etwa sechs Wochen in Anspruch. Bewertet werden Hochschulabschlüsse aus allen Staaten der Welt.
Grundlage dieser Zeugnisbewertungen ist das “Übereinkommen über die Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich in der europäischen Region” (sog. Lissabon-Konvention), das in Deutschland am 01.10.2007 in Kraft getreten ist. Die ZAB ist die zentrale Stelle für die Bewertung ausländischer Qualifikationen in Deutschland. Hierzu gehören schulische und berufliche sowie Hochschulqualifikationen. Die ZAB erbringt Dienstleistungen für Bildungseinrichtungen, Behörden und Privatpersonen und beantwortet jedes Jahr etwa 27.000 Anfragen. Mit ihrer Datenbank informiert sie über ausländische Hochschulsysteme und die Anerkennung ausländischer Abschlüsse.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben im Prüfungsjahr 2007 acht Prozent mehr Absolventinnen und Absolventen einen Hochschulabschluss als im Vorjahr erreicht. Die Zahl der bestandenen Lehramtsprüfungen stieg um neun Prozent, der Universitätsdiplome um sechs und der Fachhochschulabschlüsse um zwei Prozent.
Zusammengefasst verzeichneten diese traditionellen Prüfungsgruppen eine Zunahme von fünf Prozent im Vergleich zu 2006. Dagegen lagen die Bachelorabschlüsse an Universitäten um 38 Prozent und an Fachhochschulen um 95 Prozent über dem Stand des Vorjahrs. Die Zahl der Masterabschlüsse erhöhte sich um 28 Prozent an Universitäten und um 23 Prozent an Fachhochschulen. Zusammengefasst erreichten die neuen Abschlussarten binnen Jahresfrist eine Zunahme von 43 Prozent.
An deutschen Hochschulen wurden insgesamt 286.400 Prüfungen im Jahr 2007 erfolgreich abgelegt. Mit 112.600 Diplom- und ähnlichen Abschlüssen, 83.500 Fachhochschulabschlüssen und 28.900 Lehramtsprüfungen entfiel der Großteil (79 Prozent) auf traditionelle Abschlussarten. Der Anteil der neuen Studiengänge belief sich auf 13 Prozent, wobei 23.400 Bachelorabschlüsse und 14.200 Masterabschlüsse erzielt wurden. Bei den restlichen acht Prozent der Abschlüsse handelte es sich um Promotionen (23.800).
Zum zweiten Mal nach 2006 erlangten im Prüfungsjahr 2007 insgesamt mehr Frauen (145.400) einen Hochschulabschluss als Männer (141.000). Nach Abschlussarten betrachtet, zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei den Lehramtsprüfungen, bei denen 21.900 Absolventinnen 7.000 Männern gegenüberstanden. Im Gegensatz dazu erreichten Männer (47.200) häufiger einen Fachhochschulabschluss als Frauen (36.300). (ots)