Die Zahl der Studierenden an privaten Hochschulen ist in diesem Wintersemester gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent auf rund 35.000 gestiegen. Diese Zahl gab Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart anlässlich des am morgigen Donnerstag in Düsseldorf stattfindenden “Hochschultages der privaten Hochschulen in NRW” bekannt. Erst vor drei Wochen hatte das Innovationsministerium mit der “EBZ Business School” in Bochum, die ab Dezember Studiengänge im Bereich der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft anbietet, die 23. private Hochschule in Nordrhein-Westfalen anerkannt. Damit ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten privaten Hochschulen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 22 privaten Hochschulen.

Die Zahl der privaten Hochschulen in NRW ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Im Schnitt kam in den letzten zehn Jahren jährlich eine neue Hochschule dazu; seit dem Wintersemester 2004/05 hat sich die Zahl der Studierenden nahezu verdoppelt. Pinkwart unterstrich die Bedeutung der nichtstaatlichen Hochschulen: “Unterschiedliche Hochschulformen sind gut für die Hochschullandschaft. Sie schaffen produktiven akademischen Wettbewerb und sind eine wichtige Bereicherung unserer Hochschullandschaft auf dem Weg zum Innovationsland Nr. 1.” Weitere Anfragen zu Hochschulgründungen liegen dem Ministerium vor. “Ich begrüße diese Entwicklung auch mit Blick auf den notwendigen Ausbau der Hochschullandschaft wegen der zu erwartenden steigenden Studierendenzahlen in den kommenden Jahren sehr”, so Pinkwart.

Nordrhein-Westfalen hat zurzeit insgesamt 61 Hochschulen mit über 470.000 Studierenden. Die 14 Universitäten, 12 Fachhochschulen, sieben Kunst- und Musikhochschulen und fünf Verwaltungshochschulen in staatlicher Trägerschaft bilden mit den 23 privaten Hochschulen die dichteste Hochschullandschaft in Europa.

Eine Hochschulkarte finden Sie im Internetangebot des Ministeriums unter http://www.innovation.nrw.de.

Besser geht’s nicht bei der Berufswahl: Den einen Tag an der Hochschule Niederrhein die Wissenschaft eines Faches wie etwa Maschinenbau, Gesundheitswesen oder Ernährungslehre kennen lernen und am anderen Tag in einem Betrieb überprüfen, wie das Fach in der Arbeitswelt praktiziert wird. An diesem spannenden Experiment nahmen neun Schülerinnen und Schüler der Stufe 12 der Gesamtschule Volksgarten in Mönchengladbach teil. Das zweiwöchige duale Orientierungspraktikum ist ein Pilotprojekt, das von der Landesregierung NRW und der Bundesagentur für Arbeit unterstützt wird.

Und es war aus Sicht aller Beteiligten ein voller Erfolg. “Uns ist es wichtig, dass die Erstsemester gut informiert und mit einer durchdachten Studiengangswahl an die Hochschule kommen”, betont Studienberaterin Kirsten Möller-Nengelken. Die Hochschule Niederrhein strebe an, zu einem festen Zeitpunkt auch anderen Schulen einmal jährlich die Möglichkeit einer “Parallel-Erfahrung” von Hochschule und Betrieb anzubieten. Ausschlaggebend dafür sei das überzeugende feed-back des Pilotversuchs.

In fünf Fachbereichen in Krefeld und Mönchengladbach konnten die Schüler, betreut von Tutoren, an allen regulären Seminaren, Vorlesungen und Praktika teilnehmen. Und natürlich so viel und so lange fragen, wie sie wollten. “Es war sehr interessant und eine super Erfahrung, die jeder einmal machen sollte. Das Studium ist nicht mit der Schule vergleichbar, weil man viel mehr Verantwortung hat”, sagt ein 18-Jähriger. Und Lehrerin Ute Schiffer, die gemeinsam mit Hartmut Mossing das Praktikum betreute, ergänzt: “Unsere Schüler sollen über den Tellerrand schauen. Die Erfahrungen, die sie sammeln, hat meistens niemand in ihren Familien vorher gemacht”. Die Schüler seien geradezu begeistert gewesen von ihrem Ausflug in die Welt der angewandten Wissenschaft.