Archiv für September, 2009

“Von der neuen Bundesregierung erwarten wir eine Fortsetzung des bisherigen Engagements zugunsten der Hochschulen in den Ländern sowie eine zügige Umsetzung der hochschulpolitischen Ankündigungen. Auch nach der Föderalismusrefom hat der Bund eine aktive und hilfreiche hochschulpolitische Rolle gespielt. Diese Politik muss fortgesetzt werden. Insbesondere erwarten die Hochschulen, dass die beschlossenen Programme mit Bundesbeteiligung umgesetzt werden.” Dies erklärte HRK-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel heute in Bonn.

Ein attraktives Studienangebot auch bei wachsenden Studierendenzahlen und die Förderung einer Forschung an den Hochschulen müssten auf der Agenda ganz oben stehen. “Ich erwarte, dass die Bundesregierung in neuer Konstellation ihre Haushaltspolitik konsequent daran ausrichtet. Der Bund hat mit den beiden genannten Programmen sehr wichtige Pflöcke eingeschlagen. Zu deren Fortsetzung gibt es keine Alternative.”

“Wir brauchen auch neue Initiativen”, so Wintermantel. “Die soziale Situation der Studierenden ist nach wie vor nicht ausreichend gesichert. Das wirkt sich negativ auf Studienzeiten, Abbruchquoten und die grundsätzliche Neigung zu studieren aus. Das ist – ganz abgesehen von dem individuellen Recht auf Bildung – volkswirtschaftlich falsch. Das BAföG sollte daher endlich so erhöht werden, dass der Lebensunterhalt gesichert ist und alle Studierenden, die diese Unterstützung benötigen, sie auch bekommen.”

Besonders die FDP habe im Wahlkampf die Bedeutung von Bildung und Forschung betont. Als Regierungspartei sei sie nun gefordert, die geweckten Erwartungen zu erfüllen.

“Die Hochschulrektorenkonferenz wird nach einer hoffentlich zügigen Regierungsbildung sehr schnell das Gespräch mit den Parlamentariern und der neuen Bundesregierung suchen und die Interessen von Studierenden und Wissenschaftlern vehement vertreten. Die Hochschulen sind die Zentren des deutschen Wissenschaftssystems. Wir brauchen einen Bundestag und eine Bundesregierung, die sie bei dieser Aufgabe nach Kräften unterstützen.”

Knapp drei Jahre nach Gewinn der Exzellenzinitiative ist es nun Realität. Die Universität Karlsruhe und das Forschungszentrum Karlsruhe schließen sich am 1. Oktober 2009 aufgrund des Gesetzes zur Errichtung des Karlsruher Instituts für Technologie zu einer Rechtsperson, dem KIT, zusammen. Aus einer Kooperation geht eine Fusion hervor, beide Einrichtungen verschmelzen nunmehr zu einer Einheit. Die Studierenden der Universität und die Beschäftigten beider Einrichtungen sind jetzt ausschließlich Mitglieder des KIT. Das KIT nimmt die Aufgaben, Rechte, Pflichten, Befugnisse und Zuständigkeiten des bisherigen Forschungszentrums und der bisherigen Universität Karlsruhe wahr. Alle Vertragsverhältnisse bestehen weiter. Durch das KIT entsteht eine einzigartige Verbindung der Potentiale eines Forschungszentrums und einer Universität. Dies ist die Basis für eine Institution international herausragender Forschung und forschungsorientierter Lehre sowie ein Ort für nachhaltige Innovationskultur.