Archiv für Februar, 2008

Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilt, besuchten nach vorläufigen Angaben im Schuljahr 2007/2008 in Deutschland rund 9,2 Millionen Schülerinnen und Schüler allgemeinbildende Schulen; das sind 157.000 weniger als im Vorjahr. In den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) setzte sich mit einer Abnahme von 4,4 Prozent (dies entspricht einem Minus von 63.000 Schülern gegenüber dem Schuljahr 2006/07) der seit dem Schuljahr 1995/96 anhaltende Trend der rückläufigen Schülerzahlen fort, während im früheren Bundesgebiet ein Rückgang der Schülerzahlen erst seit dem Schuljahr 2004/05 zu beobachten ist. Bis zum Ende des Prognosezeitraums 2020 ist laut Kultusministerkonferenz (KMK) mit weiteren Rückgängen zu rechnen, während für die neuen Bundesländer nach 2009 wieder leicht steigende Schülerzahlen erwartet werden.

In nahezu allen Schularten waren die Schülerzahlen rückläufig, lediglich in Gymnasien stiegen sie um 12.200 (+ 0,5 Prozent). Daneben hatte auch die schulartunabhängige Orientierungsstufe (in ihr befinden sich vor allem die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen in Grundschulen in Berlin und Brandenburg) einen Zuwachs an Schülerinnen und Schülern von 4.700 sowie die Freien Waldorfschulen von 600 zu verzeichnen.

Die neuen Bachelorstudiengänge produzieren anders als erhofft bislang nicht weniger, sondern mehr Studienabbrecher. Das geht aus einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) hervor, über die die ZEIT berichtet. Danach liegt die Quote der Studienabbrecher unter den Bachelorstudenten an den Fachhochschulen bei 39 Prozent, die Gesamtabbrecherzahl aller Studenten bei 22 Prozent. An den Universitäten scheitern 25 Prozent der Bachelorstudenten, die Gesamtabbrecherzahl liegt bei 20 Prozent.

“Eine zentrale Rolle bei den hohen Abbruchquoten der Fachhochschulen dürften der Maschinenbau und die Elektrotechnik spielen”, sagt HIS-Projektleiter Ulrich Heublein. Viele Ingenieurwissenschaften hätten zwar die Studienzeit verkürzt, die Stoffmenge jedoch nicht reduziert. “Die schon vorher sehr anspruchsvollen Studienpläne scheinen durch die Reform noch dichter geworden zu sein”, sagt Heublein.

Das HIS sieht durch die neue Studie nicht den Bachelor in Frage gestellt, wohl aber die Art, wie einige Disziplinen die Reform umgesetzt haben. Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, weist darauf hin, dass der Bachelor eine bessere Betreuung und kleinere Lerngruppen erfordere. “Dazu brauchen wir mehr Dozenten. Aber bis heute gibt es kein Geld dafür”, sagt Wintermantel.

Bis 2010 sollen alle Studiengänge im Rahmen der Bologna-Reform auf die Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt werden. Ein Ziel der Reform ist es, die Abbrecherquoten zu reduzieren.